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Posts mit dem Label "Sarah" werden angezeigt.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Der Film Irmã hat sprichwörtlich eingeschlagen wie der pinke Meteorit, um den es die ganze Zeit geht - ein Meteorit aus Fragezeichen und sehr durchwachsenen Meinungen. Geht es überhaupt um den Meteoriten und was versinnbildlicht dieser? Nackte Frauen, die (wie wir aus den Nachrichten erfahren) auf einmal überall in Brasilien auftauchen. Alles ist feministisch angehaucht, aber was ist die Botschaft des Films? Allein die Handlung zusammenzufassen fällt mir zumindest schwer. Zwei Schwestern fahren aus ihrer gewohnten städtischen Umgebung raus aufs Land, um ihren Vater zu finden. Ihre Mutter liegt im Sterben und sie müssen klären, wie es anschließend weitergehen wird. Mit ihrer emanzipierten Art fallen sie im Dorf schnell auf. Zwischen den Handlungseckpfeilern: ganz viel Kunst, um es nett auszudrücken. Auch bei einigen Gesprächen untereinander werden wir nicht so richtig schlau aus Irma. Da sich niemand bereit fühlt, eine ganze Kritik zu schreiben, verleihen wir unserer Verwirrung in dies...

A Strong Female Voice From Iran - Eine kleine Begegnung inmitten des hektischen Berlinalealltags

Als ich die Berlinale Lounge für mein Interview mit Massoud Bakhshi, dem Regisseur von „Yalda, la nuit du pardon“ , betrete, werde ich herzlich von der PR-Vertreterin Marie-France in Empfang genommen. Sie fragt mich, ob ich Lust hätte, anschließend noch mit einer der Schauspielerinnen des Films zu sprechen. Da ich mich sehr dafür interessiere, wie die Schauspielerinnen diesen im Iran stark kritisierten Film wahrnehmen und ob sie dafür Risiken auf sich nehmen mussten, freue ich mich sehr über dieses Angebot. Nach dem Roundtable Interview mit dem Regisseur werde ich also von Marie-France zu der Schauspielerin geleitet. Schon während ich Platz nehme, frage ich mich, wer genau sie eigentlich ist. Sie hat recht kurze braune Haare, trägt roten Lippenstift, ihr Lidstrich glitzert silbern und sie trägt eine stylische Mütze. Sie kommt mir gänzlich unbekannt vor. Ich kann mir auch nicht vorstellen, welche der weiblichen Charaktere sie dargestellt haben soll. Das bedeutet dann wohl: Improvisieren...

Insights into the Iranian Judiciary System - A Discussion with Massoud Bakhshi, the director of „Yalda, la nuit du pardon“

During the Berlinale I had the chance to participate in a so-called roundtable with two other journalists. We sat down with the director of „Yalda, la nuit du pardon“ , Massoud Bakhshi, in a small lounge in the press center of the Hyatt. In the film a young woman, Maryam, is sentenced to death because of the murder of her husband. She and the daughter of the murdered man are part of a TV show. If she forgave Maryam, Maryam would be able to live. A dramatic show evolves. While I was a bit nervous at first - having never done anything like that with other „professional“ journalists before - I soon could settle and a really nice and interesting conversation developed. fGR: Forgiveness is one of the major aspects in your film. Can you tell us about this concept in Iran? Massoud Bakhshi: Forgiveness itself is really respected. It is something that every religion values highly. However, in Iran forgiveness actually is part of the judiciary system. It means that if the victim decides to forg...

Über Geschlechterrollen im Spanien der 1990er Jahre

Las Niñas ist ein Film im diesjährigen Generation KPlus Programm mit einer starken jungen Hauptdarstellerin, der langsam die Ungerechtigkeiten, die so vielschichtig gegenüber Frauen ausgeübt werden, bewusst werden. ( Zur Kritik geht's hier ). Mit den Hauptdarstellerinnen konnte ich bereits letzten Sonntag sprechen. Mit der Regisseurin Pilar Palomero hat es schließlich auch noch über WhatsApp geklappt: freie Generation Reporter: Can you tell me a bit about the background of the film? Pilar Palomero: The film is not autobiographical, but a lot of my childhood experiences have flown into Las Niñas. A few years ago, when I was thinking about making a film about my education, I found my notebook from my religion class in grade 6. I read an essay, which is exactly the one that appears in the film, where the nun explains the girls sexuality. At the first moment I laughed at the thought of what kind of education we got but then I started to realise how contradictory it was. It was 1992 a...

Schillernd für die Gleichberechtigung von transgender Menschen

Standing Ovations noch während des Abspanns. Das Publikum tobt. So eine starke Reaktion habe ich all die Jahre, die ich mittlerweile schon auf die Berlinale gehe, noch nicht erlebt. Wenn ich bei Meu Nome é Bagdá schon meinte, dass der Film den Nerv der Zeit trifft, so übertrifft Alice Junior dies noch. Eine Geschichte über ein transgender Mädchen auf der Berlinale in Berlin. Ein passenderes Publikum für die internationale Premiere kann vermutlich kaum gefunden werden. Alice, gespielt von Anna Celestino Mota, ist YouTuberin in der brasilianischen Großstadt Recife. In ihren Videos spricht sie über die Hoffnung auf ihren ersten Kuss und thematisiert offen, dass sie transgender ist. Für ein neues Arbeitsprojekt muss der Vater für einige Monate in eine sehr ländliche und konservative Gegend im Innern des Landes ziehen. Da er alleinerziehend ist, muss auch Alice mit. Fernab von der Großstadt pflegen die Einwohner des Dorfes ihre konservativen, prüden Ansichten. Dass Alice hier in ihrer sch...

Zusammen gegen das Böse der Welt

Sweet Thing handelt von der innigen Beziehung zwischen zwei Geschwistern, die ihren Umständen ausgeliefert sind und schnell lernen müssen, in ihnen zu bestehen. Zunächst verfolgen wir Billie (Lana Rockwell) und ihren kleinen Bruder Nico (Nico Rockwell) in ihrem Alltag mit ihrem alleinerziehenden Vater. Anfangs ist die Beziehung zwischen Vater und den Kindern sehr liebevoll. Der Vater bemüht sich, ein passendes Geschenk für Billie zu besorgen und bereitet ihr mit der Ukulele viel Freude, sie haben Spaß zusammen. Recht schnell jedoch zeigt sich die Schattenseite. Sobald er etwas getrunken hat, verwandelt er sich in eine andere Person, ein Monster. Dann sinkt er nachts grölend vor der Haustür zusammen, wird zum Teil sogar gewalttätig. Als der Vater in die Entzugsklinik kommt, werden die Kinder bei der ebenfalls alkoholkranken Mutter und ihrem furchtbaren neuen Freund untergebracht. Von hier wird es nur noch schlimmer. Doch in Malik, dem Nachbarsjungen, finden sie einen Verbündeten. Gemei...

Ein Stimmungsbild aus Spanien

Las Niñas ist ein schöner feministischer Film im KPlus Programm, der im Spanien der 1990er Jahre an einer katholischen Mädchenschule spielt. Er verfolgt die Protagonistin Celia in ihrer ersten Rebellion, in der sie sich gegen die katholische Erziehung auflehnt und diese hinterfragt. ( Hier geht's zur Kritik) Am Sonntag durfte ich nach der Premiere von Las Niñas im Berlinalepalast mit den Darstellerinnen sprechen. Mich hat besonders interessiert, wie die Mädels aus dem heutigen Spanien zu den im Film angesprochenen Themen stehen. Sie waren sehr gewissenhaft in ihrer Beantwortung und haben sich immer schön gemeldet. Diese Berlinale stimmt mich echt hoffnungsfroh, da ich überall so tolle junge Mädels präsentiert sehe. * fGR: Wie war die Premiere denn? Mädels: Echt toll! Wir haben das Gefühl, dass der Film dem Publikum gefallen hat und glücklicherweise waren die Fragen im anschließenden Publikumsgespräch auch nicht so schwer. Davor hatten wir ein wenig Sorge. In Las Niñas spielt das...

Geballte Frauenpower

Der Applaus spricht Bände. Meu Nome é Bagdá hat überzeugt. Und das nicht nur das weibliche Publikum. Der Film begleitet eine starke junge Protagonistin aus São Paulo. Bagdá. Sie fährt Skateboard, trägt Hosen und weite T-Shirts, stammt aus einer emanzipierten Familie voller inspirierender Frauenfiguren und weiß genau, was sie will. Kurz gefasst: Sie ist einfach cool. Täglich wird sie mit den Einstellungen der Gesellschaft konfrontiert, die längst nicht so weit ist wie sie. Auch queere Freunde der Familie werden ständig öffentlich schikaniert. In ihrer überwiegend männlichen Freundesgruppe von Skatern, die sich als recht offen betrachten, kommen ebenfalls unterschwellig frauenherabsetzende Einstellungen durch. Meu Nome é Bagdá zeigt auch die kleinen Dinge auf, in denen Frauenfeindlichkeit sich abbilden kann. Dass Jungs, die noch so wohlwollend scheinen wollen, unbewusst die Stereotypen fördern oder zumindest nicht dagegen arbeiten, wenn sie weiterhin mit Leuten befreundet sind, die abwe...

Eine erste zarte Rebellion

„Woher weißt du, dass Gott existiert?“ Eine Kritik zu Las Niñas Wir befinden uns im Spanien der 1990er-Jahre. Auf einer katholischen Mädchenschule findet sich Celia an der Schwelle zum Teenagerleben. Langsam kommen sie und ihre Freundinnen in ersten Kontakt mit Alkohol und Parties, hören sich zusammen Musik an, rauchen verschwörerisch ihre erste Zigarette und lassen sich Tipps von Teenie-Zeitschriften geben. Das ganze ist jedoch sehr liebevoll und sanft gelöst. Es sind die ersten Erfahrungen einer Zwölfjährigen. Insbesondere die langsam erblühende Freundschaft mit Brisa, der Neuen, prägt Celia. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, zugleich nimmt das aus Barcelona stammende Mädchen einige Dinge weniger wichtig, als Celia es gewöhnt ist, und kann sich mit dem starken Katholizismus sichtlich nicht identifizieren. Dies rüttelt Celia auf. Sie beginnt Gegebenheiten zu hinterfragen, die sie bis dahin als selbstverständlich wahrgenommen hat. Eine erste zarte Rebellion beginnt. Zuhause stellt sich ...

Intimität im Umgang mit dem Tod

Wie geht man damit um, wenn die kleine Schwester stirbt? Wenn sie dich nicht mehr nachts weckt, weil ihr kalt ist? Wenn sie von jetzt auf gleich nicht mehr da ist? Einfach weg. Eben diese schwierige Situation beleuchtet Mamá, Mamá, Mamá . Erwachsene sind in dem Film mit Absicht außen vor, die Mutter tritt erst nach einiger Zeit zum ersten Mal in Erscheinung. Ihre Trauer findet weitestgehend hinter verschlossenen Türen statt. Cleo indes wird intensiv verfolgt. Die Kamera beobachtet sie, wie sie zwischen ihren Cousinen sitzt und das Leben weitergeht. Sie jedoch ist in sich gekehrt und braucht ihre Zeit. Künstlerische Szenen, in denen der Pool als Ort des Unglücks ergründet wird, deuten den Tod ihrer Schwester nur an. Nie wird es explizit erwähnt. Zu Beginn sind die Szenen bruchstückhaft. Es dauert ein wenig, sich ein Bild zu machen. Doch ist dies stimmig. Prozesse der Trauer sind nicht linear, sie kommen in Schüben, überspringen manche Geschehnisse einfach und brechen später noch schlimm...

Die Sache mit dem Gendern - ein Kommentar

Früher habe ich mich immer gefragt: Wieso eigentlich? Wieso dieser ganze Aufwand mit dem Gendern? Schüler tut’s doch auch. Mich jedenfalls stört das nicht. Und überhaupt: „Schüler und Schülerinnen“ oder noch besser „SchülerInnen“ liest sich doch einfach nur sperrig. Wieso machen wir es uns so unnötig kompliziert? Kompliziert? Schon. Unnötig? Keinesfalls. Sollte nicht eigentlich beleuchtet werden, warum das überhaupt notwendig ist? Sollte die Frage nicht sein: Wie kann es sein, dass eine Jugendliche sich daran stört, dass sie endlich auch als weibliche Person angesprochen wird? https://media.istockphoto.com/photos/woman-with-a-symbol-for-gender-equality-picture-id836643116?k=6&m=836643116&s=612x612&w=0&h=awYGpEFGiEELXqOv_sUrMdDIx39w5_H59dhdSvcdSrA= Zunächst zum Wesentlichen: Was ist eigentlich Political Correctness (PC) - und spezifischer noch das Gendern - und warum spalten sich an ihr die Geister? Nach weitestgehender Übereinkunft ( Merriam-Webster, 2020 ; bpb, 2010 ...